…oder: Foul ist, wenn der Scheidsrichter pfeift. Auch so hätte man den Spielbericht betiteln können, aber bleiben wir sachlich und beginnen von vorn: am Sonntag, den 04.11.2007 hat der VfL Stenum AH im Heimspiel gegen den Drittplatzierten VfR Wardenburg III seine erste Saisonniederlage hinnehmen müssen und verlor ein sagen wir mal unterhaltsames Fußballspiel am Ende mit 0:5 (0:1).
Kurios begann es dabei schon vor dem Anpfiff, als man erschrocken feststellen musste, dass zwei Akteure (darunter leider auch Stammtorhüter Lohwasser) die vorangegange Nacht zum Tag gemacht hatten und zwar körperlich anwesend, aber in dem bevorstehenden Spitzenspiel in keinster Weise einsatzfähig waren. So erklärte sich Bernd Lorenz bereit, an diesem Tag das Tor zu hüten.
Von Beginn an entwickelte sich dann das erwartet schwere und kampfbetonte Spiel, das von beiden Seiten intensiv geführt wurde und hüben wie drüben nur wenige zwingende Tormöglichkeiten zuließ. Auffälligster Mann auf dem Platz war dabei schon frühzeitig Schiedsrichter Adolf Kruse, der bereits nach wenigen Minuten zum Unverständnis beider Teams in einem harmlosen Zweikampf eine später folgenschwere gelbe Karte gegen Volker Sölbrandt verhängte und hin und wieder mit kuriosen Entscheidungen auf beiden Seiten auf sich aufmerksam machte.
Aber zurück zum Spiel, von dem der VfL AH in der ersten halben Stunde mehr hatte und hätte man eine der wenigen Tormöglichkeiten wie beispielsweise die doppelte Großchance der beiden Janson-Brüder schon in der dritten Minute genutzt, hätte sich das Spiel vielleicht anders entwickelt – so aber kamen die Gäste aus Wardenburg mit zunehmender Spielzeit besser ins Spiel und konnten nach Abstimmungsproblemen in der 28. Minute die glückliche Führung markieren.
Von da an wurden die Wardenburger natürlich sicherer und suchten weiter den Weg nach vorn, während es der VfL schwerer hatte, sein gewohntes Offensivspiel aufzuziehen. Einzig nennenswerte Aktion der ersten Hälfte bleibt dabei ein Distanzschuss von Rainer Bartels, der aber leider nur den Pfosten traf.
So ging es erstmals in dieser Saison mit einem Rückstand in die Pause und der VfL nahm sich natürlich vor, das Spiel mit einer Energieleistung noch einmal zu drehen – aber dann kam alles anders.
In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit kann man dabei noch von einem normalen Fußballspiel reden, in dem sich der VfL bemühte, die Gäste aber kompakt standen und sich zu wehren wussten und so in der 55. Minute nach einem Lattenknaller die Konfusion im Stenumer Strafraum auch nutzen und den Abpraller zum 2:0 versenken konnten.
Als kurz darauf Volker Sölbrandt nach einem Stürmerfoul nach der fragwürdigen gelben Karte im ersten Durchgang mit gelb-rot vom Platz gestellt wurde, war zudem klar, dass es doppelt schwer würde, das Ruder noch einmal herum zu reißen, dass die dennoch vorhandenen Angriffsbemühungen der Platzherren dann aber permanent von Schiedsrichter Kruse unterbrochen wurden, konnte jetzt jedoch noch niemand ahnen.
In der Folge wurde wirklich jeder Angriff wegen angeblicher Abseitsstellung abgepfiffen, sobald der Ball in Richtung des gegnerischen Strafraums abhob, selbst wenn diese nicht einmal annähernd vorhanden war. Zudem wurde das Spiel bei jedem noch so harmlosen Zweikampf vom inzwischen völlig überforderten Unparteiischen unterbrochen, während bei schwereren Fouls die Partie einfach weiter lief. Was sich hier in der letzten halben Stunde abspielte soll gar nicht als Entschuldigung dienen, zumal auf beiden Seiten nach einvernehmlicher Meinung beider Teams der gleiche Mist gepfiffen wurde, aber es war einfach so kurios, dass es hier erwähnt wurden muss.
Weiterer Höhepunkt waren zwei fragwürdige Elfmeterpfiffe in der 65. und 72. Minute, die die Gäste jeweils zu nutzen wussten und nunmehr mit 4:0 führten. Beim ersten Strafstoß mag man den Stolperer des Angreifers nach Vergehen von Michael Cordes noch durchgehen lassen, als Kruse allerdings auf den Punkt zeigte, als der Gästeangreifer sich bei Verteidiger Ingo Witt einhakte und beide Hand in Hand im 16er mit gleichen Mitteln um den Ball stritten, zeigten sich beide Parteien gleichermaßen über den Pfiff verwundert.
Selbst die routiniertesten Akteure auf beiden Seiten konnten nicht umhin, jede der nun im Minutentakt folgenden, lächerlichen Entscheidungen zu kommentieren und so hagelte es zudem natürlich auch am Fließband Spielunterbrechungen und gelbe Karten wegen Meckerns. Aus einem Pulk wieder einmal zahlreicher meckernder Spieler hat sich Schiedsrichter Adolf Kruse so zwischenzeitlich bereits Olaf Janson für die nächste Verwarnung ausgesucht, der aber seinerseits schon vorbelastet war und damit in der 68. Minute ebenfalls mit gelb-rot vom Platz musste.
Finaler Höhepunkt der Kruse-Festspiele war eine Szene, in der nach einem tatsächlich elfmeterreifen Foul wirklich jeder mit dem Pfiff für den VfR Wardenburg gerechnet hatte, Schiedsrichter Kruse aber drei Meter daneben stehend weiterlaufen ließ. Blitzschnell erkannte Mike Swatschina die Lage und stellte fest: “Ach jetzt hab ich das raus hier, Herr Schiedsrichter, wir machen das heute alles andersrum! Jungs, wir müssen foulen.” – bei dem darauf folgenden, schallenden Gelächter in beiden Lagern konnte sich selbst Kruse nicht mehr halten und lachte mit, was wohl schon genug aussagt.
Kurzum: das Spiel nahm natürlich längst keiner mehr ernst und beide Seiten bedauerten, dass das Spiel zweier engagierter Teams eine solche Wendung nahm. In doppelter Überzahl markierte der VfR noch das 5:0 in der 81. Minute, womit das nun auf beiden Seiten halbherzig geführte Spiel dann aber endlich vorbei war.
Besonders betont werden soll an dieser Stelle, dass die miserable Schiedsrichterleistung in keinster Weise als Entschuldigung für die erste Saisonniederlage herhalten soll und der VfR Wardenburg über 90 Minuten hinweg sicherlich auch das bissigere Team war und unterm Strich somit nicht unverdient gewonnen hat. Den Spielverlauf selbst wird aber sicherlich keiner der Anwesenden so schnell vergessen.
Es spielten:
Bernd Lorenz – Tobias Ihde, Mike Swatschina, Ingo Witt – Rainer Bartels, Harald Hoffmann, Marco Janson, Volker Sölbrandt, Christian Terwellen – Olaf Janson, Christian Kruse – Michael Cordes, Andreas Jordt, Jörg Sanner
Tore:
0:1 (28.)
0:2 (55.)
0:3 (65.)
0:4 (72.)
0:5 (81.)
Spieler des Tages: Bernd Lorenz, der seine Sache im Tor mit vielen guten Paraden sehr gut gemacht und häufig noch Schlimmeres verhindert hat.
Gelbe Karten:
Michael Cordes, Olaf Janson, Volker Sölbrandt, Ingo Witt, 2 für VfR Wardenburg
Gelb-rote Karten:
Volker Sölbrandt, Olaf Janson
Zuschauer: 25
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